Psychosomatik

Psychosomatik

Das Fachgebiet Psychosomatische Medizin ist ein relativ neues medizinisches Fachgebiet. Sein wichtigstes Anliegen ist es, die seelische (psychische) und die körperliche (somatische) Verfassung des Patienten in einem ganzheitlichen, psycho-somatischen bzw. somato-psychischen Zusammenhang zu sehen.

Alle Funktionen des Körpers gehen mit seelischen Erregungsabläufen einher. Manche nehmen wir dabei als Gefühle wahr. Gefühle können sowohl einzelne Körperfunktionen als auch ganze Organe beeinflussen. Ein allbekanntes Beispiel ist das spürbare Herzklopfen bei großer Freude. Ein schon ins krankhafte gehende Beispiel ist dagegen ein Bluthochdruck als Folge eines nicht gespürten, innerseelischen Nebeneinander von verdrängter Wut und Angst sowie anderen gegensätzlich intendierten Handlungsimpulsen.
Mit den Methoden der psychotherapeutischen Medizin können nicht nur Beschwerden des seelischen Befindens gelindert, sondern auch gestörte Körperfunktionen von der psychischen Seite her therapeutisch angegangen werden.

Die Psychosomatikerin orientiert sich an einem Modell der „Bio-psycho-sozialen Balance“ des Patienten. Diese basiert auf neuropsychologischen Grundlagen und wird durch die Ergebnisse der neueren Hirnforschung immer besser verständlich und in ihren Hypothesen bestätigt. Dabei ist die Kenntnis und das Verständnis des Zusammenspiels des Sympatikus und Parasympatikus, die beiden Protagonisten des vegetativen Nervensystems von äußerster Wichtigkeit. Damit ist die Psychotherapie ein wesentlicher Bestandteil des ärztlichen Selbstverständnisses. So werden auch familiäre und soziale Gründe der jeweiligen Beschwerden hinterfragt, was einer systemischen Sichtweise  entspricht. Auch ist der Psychosomatiker für Krankheiten zuständig, die sich in Gestalt von „Problemen“ bemerkbar machen. Dahinter stehen meist ungelöste Konflikte, die eine Krankheit verursachen können.
Die Mitbedingtheit einer seelischen Ursache bei körperlichen Beschwerden sind kein Grund für Schamgefühle. Es ist kein ! Zeichen einer unangemessenen „Annormalität“ oder gar einer Simulation, wenn der Hausarzt bei der körperlichen Untersuchung  „nichts“ findet. Vielmehr ist es ein Zeichen ganz besonderer Sensibilität und Feinnervigkeit, wenn die Seele durch den Körper spricht.

Zu der psychotherapeutischen Weiterbildung gehört auch die Behandlung krankhafter Persönlichkeits- und Verhaltensstörungen, da diese sich auch auf die körperliche Gesundheit negativ auswirken und eine bestehende Krankheit verschlimmern können.
So ist der Facharzt/die Fachärztin für psychosomatische Medizin und Psychotherapie einerseits ArztIn andererseits auch PsychotherapeutIn. Aufgrund seiner/ihrer medizinischen Kompetenz kann er/sie im diagnostischen Gespräch mit dem Patienten die psychosomatische Natur einer Erkrankung erkennen und die Eignung einer Therapie abschätzen. In der Psychotherapie lernt der Patient die Zusammenhänge zwischen Erleben, Verhalten, Körperreaktion und Erkrankung besser zu verstehen. Durch Aufklärung somatopsychischer oder psychosomatischer Zusammenhänge können Krankheitsursachen besser verstanden, aufgeklärt und schlimmeren Krankheiten vorgebeugt werden. Wenn psychosomatische Störungen früh genug erkannt werden, hilft dies eine Chronifizierung (Verfestigung) vermeiden zu helfen. 

Darüber hinaus kann der Psychosomatiker auch in der Rehabilitation zur Wiedererlangung verloren gegangener geistig- seelischer Fähigkeiten und im Umgang mit psychosomatischen/somatopsychischen Beeinträchtigungen weiterhelfen.
So führt die Therapie durch Selbstreflexion und einem besseren Bewußtsein zu sich selbst zur persönlichen Weiterentwicklung und mehr Lebensqualität.

also:                                   Schritt für Schritt zu einem bewußteren Selbstverständnis

"Sag Du es ihm, sprach die Seele zum Körper. Auf mich hört er nicht. Da sagte der Körper zur Seele: ich werde krank, dann muß er auf mich hören."

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